Gepulstes Elektromagnetisches Feld (PEMF) -Therapie bei Arthrose

Anton Sheikh-Fedorenko
Arthrose, manchmal auch degenerative Gelenkerkrankung genannt, ist die häufigste chronische Gelenkerkrankung auf der ganzen Welt und die führende Ursache für Schmerzen und Behinderungen bei älteren Menschen. Sie ist das Ergebnis des allmählichen Abbaus des Gelenkknorpels (das ist das zähe, elastische Material, das den Knochen bedeckt und schützt) und des darunter liegenden Knochens. Die am häufigsten von Arthrose betroffenen Gelenke sind die Knie, die Hüften, die Hände und die Wirbelsäule. Obwohl Arthrose jeden Menschen anders beeinträchtigt, gehören zu den üblichen Symptomen Gelenkschmerzen, Steifheit, eingeschränkte Beweglichkeit und Schwellungen. Es gibt derzeit keine Heilung für Arthrose; gängige Behandlungsstrategien zur Schmerzbehandlung beinhalten jedoch den Einsatz von pharmakologischen Wirkstoffen. Diese Behandlungsoptionen sind wirksam bei der Reduzierung von Schmerzen und Entzündungen, allerdings ist ihre langfristige Anwendung mit negativen Nebenwirkungen verbunden. Daher wenden sich viele Menschen, die an Arthrose leiden, alternativen Therapien wie der Therapie mit gepulsten elektromagnetischen Feldern (PEMF) zu. In der Tat wurde über mehrere Studien berichtet, die die vielversprechenden Effekte der PEMF-Therapie bei knochen- und knorpelbezogenen Erkrankungen wie z.B. Kniearthrose aufzeigen.

Interessanterweise wurde die PEMF-Therapie im Jahr 2000 von einem Expertengremium, das für die Abgabe von Empfehlungen an die Europäische Liga gegen Rheuma (EULAR) verantwortlich war, nicht vollständig auf ihre Wirksamkeit hin untersucht, obwohl viele Menschen die PEMF-Therapie bei Arthrose in Anspruch nahmen. Dennoch wurde nach der Veröffentlichung zahlreicher randomisierter Studien, die den Nutzen von PEMF zur Verbesserung der Arthrose-Symptome zeigten, eine überarbeitete Version der EULAR-Empfehlungen veröffentlicht, die PEMF als geeignete Behandlungsoption für die Kniearthrose anerkannte.

Dieser Beitrag fasst die Ergebnisse einer Studie mit dem Titel " Effekte von gepulsten elektromagnetischen Feldern bei Kniearthrose: Eine systematische Übersichtsarbeit" von We et al. zusammen, die die Wirksamkeit von PEMF für die Behandlung von Kniearthrose durch die Überprüfung verschiedener randomisierter, placebokontrollierter Studien untersucht.


Was fanden die Autoren vor?


Die Autoren fanden 36.379 Studien, über die in der Literatur berichtet wurde; durch ein Screening waren die Autoren jedoch in der Lage, ihre Auswahl auf 14 Studien zu beschränken. Für diese 14 Studien lag das mittlere Alter der Teilnehmer bei 63 Jahren (Bereich 60-73 Jahre). Insgesamt gab es 482 Patienten, die sich einer PEMF-Behandlung unterzogen und 448 Patienten, die das Placebo erhielten. Was die PEMF-Therapie betrifft, so wurde in den meisten Studien PEMF zwar 6 Wochen lang angewandt, aber die Frequenz und die Pulslänge des emittierten elektromagnetischen Feldes waren in den Studien nicht identisch.  


Wirksamkeit der PEMF-Therapie bei der Behandlung der Kniearthrose  


Die Wirksamkeit von PEMF zur Behandlung von Knieschmerzen wurde untersucht und es wurde festgestellt, dass bei Studien mit qualitativ hochwertiger Methodik PEMF in den Wochen 4 und 8 im Vergleich zu Placebo signifikant wirksamer war. Zusätzlich wurde für Studien, die die Referenzwerte der International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection (ICNIRP) erfüllten, festgestellt, dass die PEMF-Behandlung die Knieschmerzen nach 8 Wochen linderte.

Die Wirksamkeit von PEMF auf die Kniefunktion wurde ebenfalls untersucht und die Ergebnisse zeigten, dass es 8 Wochen nach der ersten Behandlung eine signifikante Verbesserung der Kniefunktion gab.


Was bedeutet das?


Obwohl die Autoren einräumen, dass noch weitere Untersuchungen notwendig sind, um die Wirksamkeit von PEMF abschließend zu bewerten, lieferte die Übersichtsarbeit vielversprechende Hinweise, die den potenziellen Einsatz der PEMF-Therapie als alternative oder ergänzende Technik zur Behandlung der Kniearthrose ohne negative Nebenwirkungen unterstützen.

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